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PUBLIKATIONEN
Aus der verbotenen Stadt. Lyrik und Prosa
Athena Verlag
1. Auflage 2005, 92 Seiten, Broschur
ISBN 3-89896-228-8, 11,90 Euro
Über allem steht die Frage nach dem Lebens-Sinn: Woher
komme ich, wohin gehe ich - gehe ich überhaupt freiwillig
oder werde ich auf den Weg gebracht? Dabei macht es
kaum einen Unterschied, zu welcher Zeit und in welcher
Kultur man geboren wurde, dieses existenzielle Bedürfnis
nach Antworten bleibt universell.
Zu Beginn des Lebens wird der Mensch mit all seinen
Fähigkeiten, Begabungen, seiner Emotionalität und seinen
Möglichkeiten in die Welt geworfen, um sich zu formen, aber
auch geformt zu werden. Leider wird er dabei nur allzu oft in
ein Korsett gepresst, das ihm eigentlich zu eng ist. Fast
scheint es, als wolle Nina Kupczyk mit ihren poetischen
Texten dieses Korsett sprengen, so wort-gewaltig, kraftvoll
und emotional, manchmal fast körperlich spürbar ist ihre
Sprache.
Was tun wir uns und damit unserem Gegenüber an, dem
anderen und damit wieder uns selbst? Wie sollen wir die
richtige Richtung finden in dieser Welt der tausend
möglichen Wege? Wie kann man diese Polarität von
Schönem und Hässlichem, von Gut und Böse, ja von Genie
und Wahnsinn ertragen? Nina Kupczyks Texte sind Elegien
- auch, wenn nur ein Kapitel konkret so überschrieben ist.
Aber das sind keine klagenden, wehmütigen, resignierenden
Trauergesänge, das ist kein Wimmern, sondern ein lauter
Schrei, befreiend, nach vorne schauend und von solch einer
brillanten, expressiven und temporeichen Sprache getragen,
dass einem manchmal fast schwindlig wird.
" Lebenston"
Traum erklang dem Meer, dem Wort, Empfunden und dem
Still! Erklart aus tief erweintem Staunen über Licht und
Himmelsruf! Verfrüht in Sattheit eines Seins erkannt das
Muster aller Göttlichkeit: es schläft nun in Vollendung ernst
das Kind im Kreis der Lebensbäume. Was rief die Erde um
das Jahr? Ich schwinde, ziehe und vergehe mich in diesem
Dunkel noch, mein großer Klang, ich muss dich immer
finden, nicht dann, noch jetzt, nur ewig mehr bereit im
Morgen und im Tod. Du bist das Leben in Vollendung, der
Spiegelton, die Demut vor Gesang der Schöpfung nur; mein
Leben. "